Dienstag, Januar 23, 2018

Die Zukunft der Fotografie

Wohin entwickelt sich die Fotografie in Zukunft?

Noch nie hat sich in der Geschichte der Fotografie so viel geändert, wie in den letzten 2 Jahrzehnten und die Entwicklung der Technik wird immer schneller und rasanter. Kein Wunder, dass sich so mancher Fotograf bei dieser technischen Entwicklungsgeschwindigkeit verwundert zeigt und nicht mehr weiß, welche Technik überhaupt zukunftsicher ist. Wir laufen vielleicht Gefahr, dass die Bilderwelten sich weniger verändern, als die fotografische Technik selbst. Dabei geht es doch um bestechende, herausragende Bilder, oder? Die Kreativität will neu eingesetzt werden!

Zukunft der Fotografie - im Gespräch mit August Lechner. Video anklicken und ansehen!

Die Kameravielfalt kann für Laien ganz schön verwirrend sein

Fotokameratypen sind vielfältiger geworden. Kompaktkameras, Systemkameras, Bridge-Kameras, DSLM-Kameras, DSLR-Kameras und DSLR-Mittelformatkameras mit unterschiedlicher Sensorgröße werden heute nicht nur zum Fotografieren, sondern auch vielfach zum filmen verwendet. Es gibt sogar Fotokameras, wie die Panasonic Lumix GH5, die von Filmemachern einer Videokamera vorgezogen wird und dafür gibt es auch gute Gründe. Es wird aber auch mit Webcams, Videokameras, Smartphones und Drohnen fotografiert und gefilmt.

Alle diese Kameratypen haben eines gemeinsam, sie werden ständig weiterentwickelt, sehr oft zum Vorteil für Fotografen und Videofilmer, aber ab und zu auch zum Nachteil. Weiterhin wird die Sensorik verbessert und die Lichtempfindlichkeit bei gleichzeitiger Rauschunterdrückung erhöht. Die Sensorgröße wird einerseits bei bestimmten Typen verkleinert (MFT) und bei anderen Kameratypen vergrößert. Die Spiegellosen Kameras lösen in manchen Bereichen die DSLR-Kameras ab und andere Hersteller schwören weiterhin auf die Spiegelreflexkamera mit der noch immer größten Auswahl an Objektiven und Zubehör. Fotografen sehen sich immer mehr gezwungen, für unterschiedliche Aufgaben auch in unterschiedliche Aufnahmesysteme zu investieren. Ob die Smartphones, deren Bildqualität stetig steigt die kleinen Kompaktkameras ablösen werden, wird sich wahrscheinlich schon in den nächsten 5 Jahren zeigen. Eines ist allerdings jetzt schon sicher: Die digitalen Kameras werden sicher nicht 25 Jahre oder länger im Einsatz sein können, wie ihre analogen Vorgänger, weil sie höchstwahrscheinlich schon vorher kaputt gehen.

Halten digitale Bilddokumente in Zukunft ewig?

Ein großer Vorteil der digitalen Fotografie ist die Tatsache, dass diese Bilddateien in Zukunft ewig in der gleichen Qualität auf Bildschirmen und Displays betrachtet werden können und immer wieder ausgearbeitet oder gedruckt werden können. Allerdings wird auch das mit Kosten verbunden sein. Eine digitale Datei besteht ja nur aus den Zahlen des binären Zahlensystems, also aus 1 und 0. Diese Zahlen verändern sich auch über eine Million Jahre nicht von alleine, aber die Dokumente müssen auf Datenträger gespeichert werden und kein Datenträger hält ewig. Ca. alle 10 Jahre sollte man doch die Dateien und die Sicherheitskopien wieder auf andere, vielleicht auch neuartige Datenträger überspielen, um sicher zu gehen, die Fotos für Urenkel in der Originalqualität aufbewahren zu können. Wer noch analoge Bilddokumente hat, sollte sie rasch digitalisieren, um auch diese der Nachwelt unverändert zur Verfügung stellen zu können, weil analoge Bilder jährlich an Qualität verlieren (in Abhängigkeit der Lagerung).

Wird sich die Bilderwelt durch die neuen Kameratypen verändern?

Die neuen Gerätetypen haben jetzt schon die Bilderwelt komplett auf den Kopf gestellt. Je kleiner und unauffälliger die Kameras werden, umso mehr neue Perspektiven wird es geben. Auch die Drohnen haben hier schon heute eine wesentliche Aufgabe für andere Perspektiven übernommen. Es liegt nun an den Ideen der Fotografen mit diesen neuen Typen auch neue Bilderwelten zu schaffen.

Braucht man noch Berufsfotografen?

Wenn man die neuen Kameratypen auf Automatik schaltet und sich auf die Sensorik und die Stabilisierungstechnik gegen verwackelte Fotos bzw. Videos verlässt, benötigt man doch keine Fotografen mehr, oder? Leider ist die Antwort nein, weil noch immer der Fotograf die Bilder, die Geschichten erzählen, schafft. Nicht die Kamera macht das Foto, sondern der Fotograf. Ich muss also alle Menschen enttäuschen, die glauben, dass der Kauf einer möglichst teuren Kamera die Dienstleistung des Fotogewerbes ersetzen kann. Es geht um den Bildaufbau, die Bedeutung der Farben und Formen auf die Betrachter, die Lichtführung, die Idee und die Bildaussage. Fotografie ist eine kreative Kunst und wir es immer bleiben. Die Technik ist nur das verwendete Werkzeug von Fotografen. Berufsfotografen werden ihr Angebot verändern und erweitern. Sie werden auch Videoproduktionen und Fotoaufbereitungen in verschiedenen Medien anbieten. Sie werden in Zukunft Drehbuchautoren und Regisseure sein, die fantasievolle Bilderwelten schaffen, die weiterhin ihr Publikum begeistern werden. Sie werden auch IKT (Informations- und Kommunikationstechnik) - Spezialisten werden, um mit der Software am Computer, Smartphone oder Tablet die Bilder in der Postproduktion zu finalisieren.

Empfehlungen: Kamera, Objektive und Zubehör!

Bilderwelten der Zukunft!

Literatur für Fotofreunde!

(c) Harald Mizerovsky
Fotograf, Fototrainer und Sachbuchautor
mizerovsky.com