Donnerstag, Mai 03, 2018

Die 5 großen Fehler der Foto - Anfänger

Fast alle Anfänger der Fotografie machen diese 5 Fehler!

Der Fotograf macht das Foto, nicht die Kamera!


Das Geld scheint kein Problem zu sein. In meinen Anfänger - Fotokursen erlebe ich immer wieder TeilnehmerInnen mit ganz tollen Fotoausrüstungen. Eine teure Kamera und das Kit-Objektiv oder ein Fotorucksack mit Wechselobjektiven sind heute schon fast der Standard bei Anfängern. Leider ist das aber oft ein technischer Supergau, gerade für den Foto - Anfänger!

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Fehler Nummer 1: Zu teure und zu komplexe Kamera

System und DSLR Kameras sind heute zu Preisen von ca. € 400,- bis € 5.000,- erhältlich. Natürlich sind die teuren Kameras auch besser, aber sehr oft wird der Anfänger mit den zahlreichen Funktionen gerade zu Beginn völlig überfordert. Eine Fotokamera von heute ist quasi ein Computer, der zum Fotografieren genützt wird. Ich empfehle Anfängern eher eine Einsteigerkamera, dafür aber statt dem Kit-Objektiv ein besseres, teureres Objektiv, weil die optische Qualität der Linse durch keinen noch so guten Kamerabody ersetzbar ist. Darüber hinaus sind Objektive viel länger haltbar, wenn man sie pfleglich behandelt. Objektive können auch noch mit der Nachfolger-Kamera genützt werden.

Zu Beginn ist man schon mit dem Lichtdreieck leicht überfordert und dann soll man noch die vielen Funktionen, wobei man gar nicht weiß, wozu die gut sind, verstehen?

Was man bei der Kamera spart, kann man in sehr nützliches Zubehör investieren. Ein Systemblitz, ein Stativ, Reflektoren und Graufilter sind wichtiger, um gute Fotos aufzunehmen, als der Body.

Fehler Nummer 2: Die Gebrauchsanweisung wird nicht gelesen

In jedem meiner Fotokurse für Anfänger stelle ich die Frage, ob man die Gebrauchsanweisung der eigenen Kamera gelesen hat. Fast 100% der Teilnehmer sagen ehrlicher Weise "nein".

Dabei müsste man doch wissen, dass man sogar bei modernen, elektronisch gesteuerten Waschmaschinen den Gebrauch des Gerätes erst erlernen muss. Oft wird mir dann mitgeteilt, dass das Handbuch nur noch als PDF-Datei am Computer zu lesen ist. Für mich eigentlich keine Begründung!

Die Fotokamera ist das Werkzeug der Fotografen, um mit Licht Bilderwelten zu schaffen. Wer sein Werkzeug wirklich gut kennt, kann es auch besser nützen. Dabei rate ich nicht das ganze Handbuch auf einmal zu lesen, sondern Kapitel für Kapitel, mit der Kamera in der Hand, lesen und gleich ausprobieren. Die Menüs der Kameras sind so umfangreich, dass auch geübte Fotografen mit einer neuen Kamera einige Zeit testen müssen, bevor sie damit einen Auftrag wahrnehmen.

Fehler Nummer 3: Es werden keine Testfotos geschossen

Jeder Berufsfotograf bereitet sich auf seinen Fotoauftrag vor. Es werden Testfotos vor der Fotosession geschossen, um den Kundenwünschen zu entsprechen. Man spart dem Kunden dadurch Zeit und garantiert damit die besten Fotos.

Viele Amateure machen das nicht, werden aber gebeten Fotos zu schießen (Familienfeier, Hochzeit, Sportverein usw.). Sie haben ja so eine tolle Kamera! Trotzdem sind die Betrachter dann leider sehr oft enttäuscht. Das ist aber kein Wunder, weil wenn man etwas nicht trainiert, kann man es auch nicht.

Fehler Nummer 4: Es wird zu wenig fotografiert

Kein Training, keine guten Fotos - keine guten Fotos demotivieren. Weil man demotiviert ist, bleibt die Kamera im Kasten liegen und es wird noch weniger fotografiert. Das ist fast schon ein Teufelskreislauf. Entweder beginnen Sie jetzt, weil es ein guter Zeitpunkt wäre, nachdem Sie das lesen, mit der Fotografie anzufangen oder sie verkaufen Ihre Kamera am Gebrauchtmarkt, weil in 5 Jahren ist sie nichts mehr wert und widmen sich einem anderen Hobby.

Fehler Nummer 5: Man verlässt sich auf die intelligente Vollautomatik der Kamera

So gut die Sensoren der Kameras auch sind, ersetzen sie nicht die manuellen Entscheidungen der Fotografen. Es ist kein Wunder, dass Fotos mit Vollautomatik geschossen, meist nicht so gut wie manuell erstellte Fotos sind. Es ist leichter als man denkt, allerdings sollte man auch Zeit investieren. Es lohnt sich auf jeden Fall.

Abhilfe:

Bücher lesen!

Erklärvideos ansehen!

Fotokurse besuchen!

Mehr fotografieren!

(c) Harald Mizerovsky
Fotograf - Fototrainer - Sachbuchautor
mizerovsky.com



Mittwoch, Februar 14, 2018

Komplette Nikon DSLR Fotoausrüstung unter € 1000

Eine komplette Nikon DSLR Fotoausrüstung unter tausend Euro für Anfänger und Profis im Jahr 2018

Unter € 1.000,- einen komplette Nikon Fotoausrüstung 2018 kaufen. Ist so etwas überhaupt möglich? Ist diese Ausrüstung nur für Amateure oder auch für Profis geeignet? Was ist da alles dabei? Sind das gebrauchte Geräte? Lesen Sie weiter, um alles zu erfahren!

Nikon D 3300 und Nikkor AF-S DX 18-105 mm um € 700,-
Es handelt sich hier um Preise im Monat Februar 2018 für neue Geräte (leichte Schwankungen bei den Preisen gibt es immer). Dabei ist alles, was Fotografen unterwegs oder im Fotostudio benötigen - natürlich ohne Studioausrüstung wie z.B.: Lichtstative, Studioblitzgeräte, Dauerlicht für Video und Lichtformer bzw. Hintergründe. Diese Ausrüstung um nur € 1.000,- kann von Pressefotografen, Landschaftsfotografen, Porträtfotografen, Anfängern und Foto-Profis verwendet werden.

Warum DSLR?

Ein Spiegel und ein optischer Sucher in der Kamera erlaubt dir einen analogen, völlig natürlichen Blick auf die Motive. Auch die besten digitalen Sucher sind nur digitale Abbildungen der Wirklichkeit. Man kann sich zwar an digitale Sucher gewöhnen, aber sie zeigen an, was die Entwickler wollten und nicht die Realität wie z.B. ein optisches Fernglas. Deshalb bevorzuge ich Kameras mit Spiegel. Sehr viele Profis unter den Fotografen tun das ebenfalls.

Warum kein Kit-Objektiv?

Kit-Objektive sind ein gewisser Marketing-Gag. Man möchte damit ein Gesamtsystem dem Kunden anbieten, das noch günstiger ist, aber leider nicht die Abbildungsqualität von etwas besseren Objektiven erreicht. Die Kamera und der Sensor in der Kamera sind natürlich Qualitätskriterien, aber das Licht fällt durch das Objektiv auf den Sensor. Deshalb sollte man für Objektive eher mehr Geld, als für den Fotoapparat ausgeben!

Warum APS-C Sensor?

Der goldene Mittelweg ist oft der beste Weg! Viele Amateure wollen nicht so viel tragen und steigen mit einer Kamera mit MFT-Sensor ein. Ja, es stimmt, die Kameras und Objektive sind kleiner und leichter, aber große Foto-Ausarbeitungen und Drucke sind von solch kleinen Sensoren ein ziemlich großes Problem. Okay, Vollformat benötigen die Profis nicht immer und Amateure kaum. Was noch dazu kommt: APS-C Foto-Ausrüstungen sind im Endeffekt am günstigsten. Sowohl MFT-, als auch Vollformat Kameras kosten wesentlich mehr und auch die Objektive dafür sind aus meiner Sicht völlig überteuert. Anmerkung: Obwohl ich eine Nikon D 800 Vollformat Kamera und einige dafür gerechnete Objektive besitze, fotografiere ich als Berufsfotograf für die meisten Aufträge mit einer APS-C Nikon DX Kamera. Es ist die schön ältere Nikon D 5200. Aber natürlich habe ich als Backup-Kamera auch eine Nikon D 3300.

Berufsfotografen müssen viel mehr überlegen, ob sich eine zusätzliche Investition lohnt und überlegen deshalb genau, bevor sie etwas kaufen!

Warum Nikon und nicht Canon oder Pentax oder Fujifilm?

Sachlich gibt es nur einen Grund: Der Objektiv Adapter ist seit Jahrzehnten der Selbe, was so viel heißt, dass man auch sehr alte Objektive ohne Automatik noch immer auf digitalen Nikon Kameras verwenden kann. Nachdem Anfänger auch manuell fotografieren lernen müssen und Profis meistens manuell arbeiten, kommt das der Sache wieder sehr entgegen. Alte Objektive kann man sogar sehr günstig am Flohmarkt erstehen. Trotzdem bin ich der Meinung. dass Canon , Fujifilm und Pentax sehr wohl Systeme in ähnlicher Qualität und ebenso günstig neuwertig anbieten.

Persönlich hat es oft andere Gründe. Ich z.B. fotografiere seit meinem 16 Lebensjahr mit Nikon und Nikkor Objektiven. Seit langer zeit digital. Ich kenne also die Menüs und fühle mich wohl dabei, mit Nikon zu fotografieren. Aber einige meiner Foto-Freunde arbeiten aus ähnlichen Gründen mit Pentax, Canon oder Fujifilm. Mittelformat Kameras sind da wieder ein ganz anderes Thema und sollen hier nicht verglichen werden!

Wenn sich jetzt wer wundert, warum Sony, Olympus oder Panasonic Kameras hier nicht vorkommen, dem sei gesagt: Auch diese Firmen liefern beste Qualität. Allerdings hinterfrage ich auch die Preise. Darüber hinaus sind die Geräte oft kleiner und für meinen professionellen Einsatz und meine Hände, die übrigens gar nicht so groß sind, oft schwer zu bedienen.

Warum das Objektiv Nikkor AF-S DX 18-105 mm?

Nikon AF-S DX Nikkor 18-105 mm F 3,5 / 5,6


Weil dieses Objektiv eine bessere Abbildungsqualität als Kit-Objektive liefert. Gleichzeitig deckt es die Brennweiten ab, die man am häufigsten in der Fotografie benötigt und weil es für das APS-C Format gerechnet wurde. Aber auch, weil die Brennweiten-Spanne des Zoom-Objektivs nicht zu groß ist, weil darunter die Abbildungsqualität wieder leiden würde. Ich habe das Objektiv seit 3 Jahren im Dauereinsatz, aber leider damals sehr viel mehr Geld dafür ausgegeben und bin total zufrieden damit. Das Einzige, was dieses Objektiv nicht ist: Lichtstark. Ab und zu will man doch die Motive mit einer Offenblende freistellen, um ein schönes Bokeh zu erzeugen, oder? Deshalb benötigen auch Anfänger ein weiteres Objektiv.

Warum das Yongnuo YN 35 mm F 2,0?


Das Yongnuo 35 mm ist für Vollformat Kameras gerechnet und somit ergibt sich durch den Crop Faktor von 1,5 (Achtung bei Canon ist der Crop Faktor 1,6) auf einer Nikon DX Kamera eine Brennweite von 52,5 mm, was einer Standard Brennweite nahe kommt. Diese Brennweite ist für Porträts und viele andere Situationen optimal einsetzbar. Darüber hinaus lernen Anfänger mit einer Offenblende von 2,0 Motive frei zu stellen. Zusätzlich ist es eines der günstigsten Objektive.

Der günstigste und professionelle Systemblitz kommt auch von Yongnuo

Yongnuo YN 560 Mark III
Anfänger müssen manuell blitzen lernen und Profis arbeiten sowieso mit manueller Lichtführung. Dieser Blitz kostet wirklich nich viel und ist ein Arbeitstier. Ich verwende davon 4 Stück seit Jahren. Noch nie hat mich einer davon in Stich gelassen. Warum nicht TTL? Okay für Pressefotografie oder Dokumentation darf es auch ein TTL Systemblitz von Yongnuo sein! Kostet nur geringfügig mehr und ist ja auch im manuellen Modus einstellbar.

Gleich dazu bestellen: Den Dörr GoFlash Mini Reflektor für den Yongnuo 560

Dörr GoFlash Mini Reflektor
Die Bauweise dieses Dörr Reflektors ist eigentlich die Selbe wie bei einem Beautydish. In der Farbe weiß wird das Licht vom Systemblitz noch weicher. Dieser Reflektor passt haargenau auf den Yongnuo 560 und ist für Pressefotografen, wie auch für Porträtfotografen extern auf einem Lichtstativ (entfesselt blitzen!) ein optimales Werkzeug.

Reflektoren können immer eingesetzt werden

Reflektoren benötigt man sowohl outdoor on location, als auch im Fotostudio.

Zecti 5 in 1 Reflector

Kostengünstig, groß genug und mit Griffen ausgestattet ist der 5 in 1 Zecti Reflektor.

Und wo packt man diese Foto Ausrüstung ein?

Am besten in den AmazonBasic Foto Rucksack für DSLR.

Amazon Basic Foto Rucksack


Er ist unglaublich geräumig und nimmt sogar ein Notebook mit hinein. Für die Reflektoren empfehle ich extra Karabiner um diese am Rucksack anzuhängen. Der Preis ist unschlagbar!




(c) Harald Mizerovsky
Fotograf, Fototrainer und Sachbuchautor

Mittwoch, Februar 07, 2018

Ist Fotografie Kunst oder Handwerk?

Was ist Fotografie? Kunst oder Handwerk?

Eine Frage, die mich seit ganz langer Zeit beschäftigt. Warum? Weil es in Österreich eine eigenartige Einstellung zur Fotografie gibt. Die "alten" Fotografen, egal ob Profis oder Amateure meinen, dass man Fotos nicht bearbeiten darf, weil ein gutes Foto muss "out of the camera" sein. Das bekannteste Auktionshaus "Dorotheum" hat den Ankauf von Fotografien immer abgelehnt, weil das ja nur Fotografien sind (die dürften noch in der Monarchie zu Hause sein). Die ganze Welt schreit bei vielen  erstklassigen Kunstwerken: "Ach das ist ja nur photogeshopt". Was ist das für eine eigenartige Welt der Fotografie?

Ist Fotografie Kunst oder nur Handwerk? Als Leinwanddruck bis 180 x 120 cm erhältlich!

Fotografie darf nicht mittels Software verfälscht werden

Was ist daran wahr? Ja, es stimmt. Es gilt allerdings für einen ganz kleinen Arbeitsbereich der Fotografie. Wer als Pressefotograf oder als Redakteur einer Zeitung Fotos bearbeitet und in einen neuen Kontext stellt, verbreitet nichts anderes, als Fake News. Das ist absolut zu verurteilen und eines Fotografen unwürdig. Aber genau diese Fotografen sorgen für den schlechten Ruf der Bildbearbeitung. Dabei gehört die Bildbearbeitung für engagierte Fotografen zur Postproduktion, wie das Gelbe zum Ei. Das gab es auch schon in der analogen Fotografie, in der Dunkelkammer oder beim Farbretouchieren von SW-Fotos in den 50er-Jahren des letzten Jahrhunderts.

Fotografie ist nichts wert

Schon in der analogen Fotografie galt, dass ein Fotoabzug unendlich oft vom Negativ reproduziert werden konnte. Das ist wohl das Argument von Auktionshäusern, dass Fotografien nur einen geringen Wert haben können. Für Kunstsammler hat nur Wert, was selten ist. Am besten man besitzt nur das einzige Original und sperrt es in einem Safe ein. Ist Seltenheit Kunst? Ist das tatsächlich ein Kriterium?

Es gab und gibt auch bildende Künstler wie Andy Warhol oder Gottfried Helnwein, die ihre Kunst weltweit jedem Menschen zukommen lassen, die diese Werke schätzen. Ist das dann weniger Kunstwerk? Nur weil sich jeder Kunstfreund solche Drucke oder Abzüge zu Hause an die Wand hängen kann, soll es weniger Kunst sein? Da lachen jetzt sogar die Hühner ;-).

Dieses Foto ist fast gar nicht bearbeitet. Ist es deshalb mehr Fotografie oder Kunst? 

Das Handwerk ist für Künstler notwendig

Wenn Hundertwasser keine Ahnung von Farben und Formen und deren Wirkung auf die Betrachter gehabt hätte, wäre er als Künstler durchgefallen. Was heißt das für die Fotografie, die künstlerisch wertvoll sein möchte? Ganz einfach: Auch wenn man mit Fotografie Kunstwerke schaffen will, benötigt man viel Wissen um das Handwerk und die Technik. Aber die Künstler stecken hinter der Idee, der Kreativität, der Vermittlung von Gedanken und Emotionen, nicht hinter der Automatik der Kamera. Nicht die Kamera macht das Foto, sondern kreative Fotografen!

Darf man Fotos bearbeiten oder nicht?

"Out of the cam" gilt bestenfalls für die Pressefotografie und Dokumentationsfotografie, aber niemals für Porträtfotos, Werbung und Kunst. Fotografie darf schönen und darf auch mal die Realität total verändern und darf auch abstrakt sein. Fotografen sind nichts anderes als Maler, allerdings verwenden  sie statt Pinsel den Fotoapparat und Software am Computer.

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(c) Harald Mizerovsky
Fotograf, Fototrainer und Sachbuchautor
www.mizerovsky.com

Dienstag, Januar 23, 2018

Die Zukunft der Fotografie

Wohin entwickelt sich die Fotografie in Zukunft?

Noch nie hat sich in der Geschichte der Fotografie so viel geändert, wie in den letzten 2 Jahrzehnten und die Entwicklung der Technik wird immer schneller und rasanter. Kein Wunder, dass sich so mancher Fotograf bei dieser technischen Entwicklungsgeschwindigkeit verwundert zeigt und nicht mehr weiß, welche Technik überhaupt zukunftsicher ist. Wir laufen vielleicht Gefahr, dass die Bilderwelten sich weniger verändern, als die fotografische Technik selbst. Dabei geht es doch um bestechende, herausragende Bilder, oder? Die Kreativität will neu eingesetzt werden!

Zukunft der Fotografie - im Gespräch mit August Lechner. Video anklicken und ansehen!

Die Kameravielfalt kann für Laien ganz schön verwirrend sein

Fotokameratypen sind vielfältiger geworden. Kompaktkameras, Systemkameras, Bridge-Kameras, DSLM-Kameras, DSLR-Kameras und DSLR-Mittelformatkameras mit unterschiedlicher Sensorgröße werden heute nicht nur zum Fotografieren, sondern auch vielfach zum filmen verwendet. Es gibt sogar Fotokameras, wie die Panasonic Lumix GH5, die von Filmemachern einer Videokamera vorgezogen wird und dafür gibt es auch gute Gründe. Es wird aber auch mit Webcams, Videokameras, Smartphones und Drohnen fotografiert und gefilmt.

Alle diese Kameratypen haben eines gemeinsam, sie werden ständig weiterentwickelt, sehr oft zum Vorteil für Fotografen und Videofilmer, aber ab und zu auch zum Nachteil. Weiterhin wird die Sensorik verbessert und die Lichtempfindlichkeit bei gleichzeitiger Rauschunterdrückung erhöht. Die Sensorgröße wird einerseits bei bestimmten Typen verkleinert (MFT) und bei anderen Kameratypen vergrößert. Die Spiegellosen Kameras lösen in manchen Bereichen die DSLR-Kameras ab und andere Hersteller schwören weiterhin auf die Spiegelreflexkamera mit der noch immer größten Auswahl an Objektiven und Zubehör. Fotografen sehen sich immer mehr gezwungen, für unterschiedliche Aufgaben auch in unterschiedliche Aufnahmesysteme zu investieren. Ob die Smartphones, deren Bildqualität stetig steigt die kleinen Kompaktkameras ablösen werden, wird sich wahrscheinlich schon in den nächsten 5 Jahren zeigen. Eines ist allerdings jetzt schon sicher: Die digitalen Kameras werden sicher nicht 25 Jahre oder länger im Einsatz sein können, wie ihre analogen Vorgänger, weil sie höchstwahrscheinlich schon vorher kaputt gehen.

Halten digitale Bilddokumente in Zukunft ewig?

Ein großer Vorteil der digitalen Fotografie ist die Tatsache, dass diese Bilddateien in Zukunft ewig in der gleichen Qualität auf Bildschirmen und Displays betrachtet werden können und immer wieder ausgearbeitet oder gedruckt werden können. Allerdings wird auch das mit Kosten verbunden sein. Eine digitale Datei besteht ja nur aus den Zahlen des binären Zahlensystems, also aus 1 und 0. Diese Zahlen verändern sich auch über eine Million Jahre nicht von alleine, aber die Dokumente müssen auf Datenträger gespeichert werden und kein Datenträger hält ewig. Ca. alle 10 Jahre sollte man doch die Dateien und die Sicherheitskopien wieder auf andere, vielleicht auch neuartige Datenträger überspielen, um sicher zu gehen, die Fotos für Urenkel in der Originalqualität aufbewahren zu können. Wer noch analoge Bilddokumente hat, sollte sie rasch digitalisieren, um auch diese der Nachwelt unverändert zur Verfügung stellen zu können, weil analoge Bilder jährlich an Qualität verlieren (in Abhängigkeit der Lagerung).

Wird sich die Bilderwelt durch die neuen Kameratypen verändern?

Die neuen Gerätetypen haben jetzt schon die Bilderwelt komplett auf den Kopf gestellt. Je kleiner und unauffälliger die Kameras werden, umso mehr neue Perspektiven wird es geben. Auch die Drohnen haben hier schon heute eine wesentliche Aufgabe für andere Perspektiven übernommen. Es liegt nun an den Ideen der Fotografen mit diesen neuen Typen auch neue Bilderwelten zu schaffen.

Braucht man noch Berufsfotografen?

Wenn man die neuen Kameratypen auf Automatik schaltet und sich auf die Sensorik und die Stabilisierungstechnik gegen verwackelte Fotos bzw. Videos verlässt, benötigt man doch keine Fotografen mehr, oder? Leider ist die Antwort nein, weil noch immer der Fotograf die Bilder, die Geschichten erzählen, schafft. Nicht die Kamera macht das Foto, sondern der Fotograf. Ich muss also alle Menschen enttäuschen, die glauben, dass der Kauf einer möglichst teuren Kamera die Dienstleistung des Fotogewerbes ersetzen kann. Es geht um den Bildaufbau, die Bedeutung der Farben und Formen auf die Betrachter, die Lichtführung, die Idee und die Bildaussage. Fotografie ist eine kreative Kunst und wir es immer bleiben. Die Technik ist nur das verwendete Werkzeug von Fotografen. Berufsfotografen werden ihr Angebot verändern und erweitern. Sie werden auch Videoproduktionen und Fotoaufbereitungen in verschiedenen Medien anbieten. Sie werden in Zukunft Drehbuchautoren und Regisseure sein, die fantasievolle Bilderwelten schaffen, die weiterhin ihr Publikum begeistern werden. Sie werden auch IKT (Informations- und Kommunikationstechnik) - Spezialisten werden, um mit der Software am Computer, Smartphone oder Tablet die Bilder in der Postproduktion zu finalisieren.

Bilderwelten der Zukunft!

Literatur für Fotofreunde!

(c) Harald Mizerovsky
Fotograf, Fototrainer und Sachbuchautor
mizerovsky.com


Donnerstag, Dezember 28, 2017

Fotografieren wie die Profis

Kompletter Fotolehrgang inklusive Zertifikat in Wien

Fotolehrgang inklusive Zertifikat in Hirschstetten
Der Fotolehrgang für ambitionierte Fotografen | Einige Absolventen vom Vorjahr.
Du fotografierst gerne und möchtest dich professionalisieren? Der Fotolehrgang in den Blumengärten Hirschstetten bietet dir die perfekte Möglichkeit dazu. Der Fotolehrgang ist berufsbegleitend möglich, weil die neun Module immer an einem Sonntag stattfinden. Was du mitbringen solltest? Eine eigene Kamera (Kompaktkamera, DSLM, DSLR, Bridge-Kamera oder Systemkamera mit Blitzsteckschuh). Praktisch ist ein Foto-Rucksack, weil er angenehmer zu tragen ist während der 5-Stunden-Workshops. Vor allem aber solltest du Spaß und Freude am Fotografieren mitbringen.

Fotolehrgang Wien in den Blumengärten Hirschstetten - Video anklicken und mehr erfahren!

Macht die Fotokamera die Fotos?

Nein, die Kamera und sämtliches Zubehör stellen nur die Werkzeuge für Fotografen dar. So wie ein Maler Pinsel, Farben und Leinwand benötigt, brauchen Fotografen auch das passende Werkzeug. Deshalb ist es wichtig, dass man seine Kamera gut kennt und weiß, wie man sie optimal einsetzen kann.

Benötigt man den richtigen Blick fürs fotografieren?

Als Fotograf kommt niemand auf die Welt. Richtig hinsehen, Motive entdecken und ins richtige Licht rücken bzw. Bildkomposition ist erlernbar, wie alles andere, was wir im Lauf eines Lebens erlernen. Im Training bleiben, sich über Fotografie in der Gruppe austauschen und Weiterbildung gehören gerade bei der Fotografie zu den Erfolgsfaktoren.

Warum in den Blumengärten Hirschstetten?

Die Blumengärten sind der ideale Platz für Weiterbildung zum Thema Fotografie. Hier findet man Motive zu verschiedenen Themen, egal wo hin man sich dreht und bewegt, sind Motive in Sichtweite.

Zahlt sich das für Amateure aus, die Fotografie als ihr Hobby sehen?

Es ist keine Frage, ob man nur für sich oder auch für andere Menschen qualitativ hochwertige Fotos gestalten möchte. Ziel eines jeden Fotografen ist es, beeindruckende Bilder zu schaffen. Außerdem hat Fotografie als Steckenpferd eine therapeutische Wirkung, für Fotografen und auch für die Betrachter der Bilder.

Fotografie ist mehr als ein Hobby

Was lernt man im Fotolehrgang?

Die eigenen Kamera richtig einsetzen. Die technischen Grundlagen. Bildschnitt und Bildkomposition. Farben und Formen verstehen und zielgerichtet im Bildaufbau einsetzen. Perspektiven und ihre Wirkung. Die Lichtführung für die optimale Bildaussage.

Hier erfährt man alles über den Fotolehrgang!

(c) Harald Mizerovsky
Fotograf, Fototrainer und Sachbuchautor
www.mizerovsky.com

Montag, November 13, 2017

Langzeitbelichtung

Langzeitbelichtung - Blaue Stunde und Nachtfotos

Foto (c) Harald Mizerovsky
Nikon D5200 | 18 mm | F 8 | 30 Sekunden | ISO 100 | am Stativ | mit Fernauslöser im Lifeview-Modus ohne VR ausgelöst

Unter einer Belichtungszeit von 1/30 Sekunde spricht man bei einem 50 mm Standard-Objektiv von einer Langzeitbelichtung. Wichtig dabei ist, dass sich weder die Kamera noch das Motiv bewegt, ausgenommen es handelt sich um bewegte Lichter in der Nacht, die dann zu Lichtspuren im Bild werden.

Video anklicken und ansehen!

Ein Stativ ist notwendig

Ohne festen Untergrund funktioniert das natürlich nicht, weil jede Erschütterung ein Foto mit Bewegungsunschärfe abgeben würde. Ob man jetzt ein Dreibein, einen Bohnensack oder ein Guerilla Pod verwendet ist nebensächlich.

Der Fernauslöser usw.

Ein Fernauslöser (Kabel oder Funk) verhindert, dass man selbst, beim Auslösen, die Kamera bewegt.

Bei DSLR Kameras sollte man auch auf den Lifeview-Modus umsteigen, damit das hochklappen und Zuklappen des Spiegels keine Erschütterungen und Mikro-Bewegungen auslöst.

Scharf gestellt wird manuell, weil der Autofokus bei Dunkelheit Probleme mit dem Scharfstellen bekommt. Darüber hinaus wird der Stabilizer abgestellt.

Foto (c) Harald Mizerovsky
Bewegte Lichter werden zu Lichtspuren

Die Blende 8 und mehr

Ab Blende 8 hat man eine schöne Abbildungsqualität und alles, was halbwegs weit vom Standpunkt weg ist, wird scharf dargestellt. Möchte man ohne Sterneffekt-Filter einen Sterneffekt schaffen, schließt man die Blende komplett, worunter aber die Abbildungsqualität leidet.

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Fotoliteratur für Fotofreunde

Photographers Portfolio

(c) Harald Mizerovsky
Fotograf, Fototrainer und Sachbuchautor
https://www.mizerovsky.com




Samstag, November 11, 2017

Qualitätskriterien in der Fotografie

Wie stellt man die Qualität in der digitalen Fotografie fest?

Fotograf (c) Harald Mizerovsky | Model: Christian Kober
Nikon D5200 | 35 mm Weitwinkel | F 2,2 | 1/125 | ISO 100 | Originalgröße 5413 x 3911 Pixel | 3 Blitzgeräte
Wenn sich zwei Fotografen über ein Foto unterhalten, kann das ein längeres Gespräch werden. Der Laie findet eine Bildbesprechung vielleicht als langweilig und überflüssig. Ihm reicht die Beurteilung "Gefällt mir" oder "Gefällt mir nicht". Allerdings sind viele Faktoren zu beachten, um Fotos zu schaffen, die den meisten Betrachtern gefallen. Mit dem Medientechniker Tino Ranftl als Gesprächspartner habe ich versucht, den Qualitätskriterien auf den Grund zu gehen. Das Interview kann nur eine Meinung darstellen und ist genauso nicht 100-prozentig objektivierbar, wie die Feststellung der Qualität eines Fotos. Im Zeitalter, in dem sehr viele Menschen einfach mit dem Smartphone fotografieren, stellt sich auch die Frage, warum Fotografen so hohe Investitionskosten haben. Reicht nicht auch ein Handy für gute Fotos?

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Wer stellt die Qualität fest?

Wer hat das Sagen, der Kunde oder der Fotograf? Auch wenn der Fotograf das Wissen hat, beurteilt der Kunde die Qualität rein subjektiv. Das ist nicht schlimm, weil das mit allen von Menschen geschaffenen Werken auf diese Art abläuft. Wenn der Konditor eine kunstvoll geschmückte Torte herstellt, beurteilt auch der Kunde das Werk nach seinem Geschmack. Wenn der Konditor allerdings statt Zucker, Salz erwischt, hat niemand eine wirklich Freude mit der wunderschönen Torte.

Kann so etwas auch Fotografen passieren? Gerade dann, wenn sie den Kundenwunsch und die Zielvorstellungen des Kunden nicht erfragen, können sie übers Ziel weit hinaus schießen oder in der Interpretation des Kundenwunsch völlig falsch liegen.

Kriterien wie Bildlook, Farbraum, Bildaussage können eben weit auseinander liegen. Möchte der Fotograf ein Meisterwerk schaffen, anstatt die Wünsche und Vorstellungen des Kunden zu treffen, kann sein Meisterwerk beim Kunden durchfallen. Freie Arbeiten dürfen nach eigenen Vorstellungen durchgeführt werden, aber kein Auftrag.

(c) Fotografie Harald Mizerovsky
Nikon D5200 | 25 mm | F 4 | 1/500 | ISO 100 | Weißabgleich automatisch

Nehmen wir als Beispiel die Porträtfotografie unter die Lupe

Viele Menschen sind es einfach nicht gewohnt vor der Kamera zu posieren. Sie haben es auch nie gelernt. Außerdem sind sie bisher vielleicht nur geknipst worden, also im falschen Licht abgebildet worden und denken deshalb, dass sie nicht fotogen sind. Manche leiden auch unter dem falschen Glauben, dass sie nicht schön genug sind oder sind mit dem eigenen Körper unzufrieden. Andere wiederum sind zurückhaltend und haben ein zu geringes Selbstwertgefühl. Hier wird die Qualität des Fotos nicht von der zur Verfügung stehenden Technik, sondern von der Empathie dem Kunden gegenüber wesentlich beeinflusst. Dem Kunden das Gefühl der Sicherheit zu geben, Ängste (die übrigens die Wenigsten zugeben) in einer Atmosphäre des Wohlfühlens abbauen lassen, ist dann die Devise.

(c) Fotografie Harald Mizerovsky
Model Verena Gruber | (c) Foto Harald Mizerovsky

Gibt es überhaupt objektivierbare Qualitätskriterien?

Ein Liter Milch ist ein Liter Milch und 10 Millimeter sind 10 Millimeter. Ein Foto, das man am Bildschirm sieht ist nicht nur ein Bild, sondern eine digitale Datei mit unglaublich vielen Zusatzinformationen, die der Betrachter nicht sieht.

Informationen die in der Datei gespeichert sind:

  • Dateiformat
  • Pixelanzahl
  • Druckauflösung (dpi = dots per inch)
  • Von welcher Kamera stammt die Aufnahme?
  • Welches Objektiv und welche Brennweite wurde verwendet?
  • Blende
  • Belichtungszeit
  • ISO Lichtempfindlichkeit
  • Wurde ein Blitz verwendet?
  • Wie war der Weißabgleich eingestellt?
  • JPEG-Qualität
  • Farbraum
  • usw.
Alle Werte, die man physikalisch messbar nachweisen kann, sind objektive (harte) Qualitätskriterien. Wenn man weiß, wie groß und für welchen Zweck ein Foto gedruckt werden soll, wird man die dpi entsprechend verändern. Verlangt der Kunde ein Großformat und erhält eine Bildschirmauflösung, wurde der Auftrag nicht richtig erfüllt.

Die weichen Qualitätskriterien in der Fotografie

Bildkomposition, Lichtführung, Perspektive, Farbgebung, Formen und Symbole sind im Gegensatz zu den harten Kriterien wie Blende, Belichtungszeit, Sensorgröße ISO usw. die "weichen" Kriterien. Wenn nun die Beurteilung durch den Betrachter erfolgt, der von allen diesen harten Kriterien keine Ahnung hat, spielen eben andere Dinge eine wesentliche Rolle. Ist der Betrachter ein visueller Wahrnehmungstyp? Was ist seine Lieblingsfarbe? Welche Formen und Symbole beeinflussen ihn?

Darüber hinaus, zeigt der Betrachter das Foto anderen Menschen in seiner Umgebung und erhält Feedbacks, die seine Meinung zum Foto wieder ändern können.

Immer wieder kommt es vor, dass eine porträtierte Person, obwohl sie positives Feedback vom Umfeld bekommt, selbst nicht zufrieden ist. Das hat aber dann weniger mit der Qualität des Fotos, sondern mit dem eigenen Selbstwert zu tun.

Kann die Qualität durch Kommunikation gesteigert werden?

(c) Fotografie Harald Mizerovsky
Bei Fotoreportagen und in der Sportfotografie muss man blitzschnell sein

Gut Ding braucht Weile. Fotografen sollten auch eine hohe kommunikative Kompetenz und Empathie in den Job mitbringen. Das technische Wissen und die künstlerische Kreativität sind nur zwei Faktoren um Fotos zu schaffen, die auch der Mehrheit der Betrachter gefallen. Kommunikation benötigt Zeit und Geduld. Wer keine Zeit hat, sollte gar nicht erst anfangen zu fotografieren. Wie immer bestätigen Ausnahmen die Regel. Fotoreporter müssen einerseits geduldig sein, aber wenn etwas passiert zählt die Geschwindigkeit und nicht unbedingt die Bildkomposition.

Im Auge des Betrachters

Letztendlich liegt es im Auge des Betrachters, ob ein Foto als qualitativ hochwertig erscheint und das Foto gefällt. Wer schon mal bei Fotowettbewerben mitgemacht hat, weiß dass die Geschmäcker sehr unterschiedlich sein können. Mit der Jury sind meistens nur die Ausgezeichneten zufrieden. Fotoamateure haben den Vorteil, dass sie die Fotos für sich selbst machen und wenn es ihnen selbst gefällt, was sie kreativ schaffen, dann ist die Welt in Ordnung.

Photographers Portfolio

Fotografieren lernen

Website Tino Ranftl

(c) Harald Mizerovsky
Fotograf | Fototrainer | Sachbuchautor
https://www.mizerovsky.com

Mittwoch, November 08, 2017

Fotografieren mit dem Ringlicht

Beauty Portraits mit dem Ringlicht

Das Ringlicht zaubert das typische, ringförmige Catchlight in die Augen
Wer gerne Porträts fotografiert, sollte auch ein Ringlicht besitzen. Nur das Ringlicht zaubert diese klar sichtbaren Ringlichter (Catchlight) in die Augen der porträtierten Person. Vor allem im Beauty- und Fashion-Bereich ist es sehr beliebt.

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Das Ringlicht ist eine sehr kostengünstige Lösung für optimale Ausleuchtung

Durch die LED-Technik sind Ringlichter schon um rund € 100,- erhältlich. Man sollte darauf achten, dass man die Lichtmenge über einen Dimmer steuern kann. Als Zubehör benötigt man nur noch ein Lampenstativ. Ohne Akku ist man an die Steckdose gefesselt. Als Dauerlicht kann man das Ringlicht auch zum Ausleuchten von Videoaufnahmen einsetzen. Weiters ist es auch für Makro Aufnahmen sehr gut geeignet. Es gibt also auch andere Anwendungsgebiete, als Portrait Shootings.

Die Einstellungen

Nachdem sich beim porträtieren niemand schnell bewegt, reicht eine Belichtungszeit von ca. 1/60 Sekunde. Greift man zum leichten Tele Objektiv, kann man auf 1/100 Sekunde erhöhen. Das typische Catchlight erzielt man am besten bei sehr kurzen Distanzen. Da das Ringlicht dafür mehr als genug Licht abgibt, reicht ein ISO Wert von ca. 100. Fotografiert wir mit der Blendenvorwahl. Ob man mit offener Blende oder Blende 8 fotografiert ist Geschmacksache. Um die Größe des Catchlights zu verändern, verringert oder erhöht man die Distanz zu den Augen. Den Weißabgleich kann man entweder auf Automatik lassen oder manuell messen.

Bei größerer Distanz wird das Catchlight kleiner

Ein großer Vorteil

Das Dauerlicht ermöglicht es, mit jeder Kamera zu arbeiten. Im Prinzip funktioniert das auch mit einer ganz billigen Kompaktkamera. Alles in allem ist das wahrscheinlich die günstigste Lösung, für ein kleines Porträt Fotostudio.




(c) Harald Mizerovsky
Fotograf | Fototrainer | Sachbuchautor



Dienstag, November 07, 2017

Fotografieren mit der Lochblende

Fotografieren mit der Lochblende oder mit dem Holga-Objektiv

Porträt mit Holga-Objektiv, auf SW umgewandelt und mit Vignette  versehen
Der Begriff Kamera kommt von Kammer (lat. Camera). Schon in der Antike wusste man, dass eine kleine dunkle Kammer mit einem kleinem Loch ein Bild der Realität verkehrt an die hintere Wand wirft. Je kleiner das Loch ist, umso schärfer wird abgebildet. Bastelt man eine Schachtel mit Loch, spricht man von der Camera Obscura, mit der schon Maler in der Neuzeit gearbeitet haben. Lochblenden und Holga-Objektive (Weiterentwicklung der Lochblende) sind für billiges Geld zu haben und ermöglichen einen kreativen Bildlook.

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Die Holga-Kamera

In China wurde die Holga-Kamera als Fotoapparat für das breite Volk produziert. Die Kamera sollte für alle erschwinglich sein. Das Objektiv entspricht ca. einer 60 mm Brennweite und die Fixblende (das kleine Loch) einer Blende 8. Die billige Linse ist unvergütet. Nach kurzer Zeit hatte die Kamera in den USA und in Europa Kultstatus erreicht. Sie liefert eben den typischen Holga-Look.

Lochblenden und Holga-Objektive für Kameras als Wechselobjektiv

Für wenig Geld sind heute beide Varianten für System- und DSLR-Kameras im Handel erhältlich. Dabei muss die Kamera auf rein manuellen Modus gestellt werden und man kann nur noch mit der Belichtungszeit und den ISO-Werten die Lichtmenge regulieren. Ist wenig Licht vorhanden benötigt man ein Stativ für Langzeitbelichtungen unter 1/30 Sekunde.

Originalfarbe mit Holga-Objektiv

Holga-Effekt mit Software erzeugen

Als Alternative bieten auch einige Bildbearbeitungsanwendungen den Filter "Holga" als Softwarelösung an. Wer den unscharfen Bildlook mit verwaschenen Farben mag, sollte meiner Meinung nach aber in so ein billiges Teil investieren. Es macht Spass damit zu arbeiten und es ist ein kreatives Werkzeug. Die Linse macht jede moderne Kamera zum alten Fotoapparat.




(c) Harald Mizerovsky
Fotograf, Fototrainer und Sachbuchautor

 

Samstag, November 04, 2017

Erfolgreich sein auf Instagram - Tipps und Tricks

Erfolg auf Instagram hat mit Kommunikation zu tun

@fotografie.mizerovsky auf Instagram
@fotografie.mizerovsky auf Instagram
Instagram wurde 2010 von Kevin Systrom und Mike Krieger entwickelt. Seit 2012 ist Instagram auch in der mobilen Version, zuerst auf Android, eine Plattform für die Veröffentlichung von Fotos und Videos auf fast allen Plattformen. Das ist auch der Grund, warum Fotografen, Grafiker, bildende Künstler Instagram gerne nutzen. Bis Juni 2016 wuchs die Mitgliederzahl auf unglaubliche 500 Millionen weltweit an. Das ist schon eine beeindruckende Anzahl an erreichbaren Menschen hinter den Geräten. Wie wird man erfolgreicher Instagramer?

Ausdauer und Kommunikationsfähigkeit sind gefragt

Zunächst mal gilt, wie für alle Social Web Plattformen, Geduld und Ausdauer als wichtige Tugend für den Erfolg auf Instagram. Wer nicht in der Lage ist, zumindest wöchentlich, wenn nicht täglich, ein Foto oder Video zu posten, der wird relativ rasch frustriert sein. Vor allem wenn man Instagramer mit 10.000 und mehr Followers erlebt. Selbstmotivation ist dann das Einzige, was dagegen hilft, alles hinzuschmeißen. Wenn man eben nicht so berühmt ist wie manche Stars aus Hollywood, bleibt nur Fleiß und Ausdauer, um berühmt zu werden.

Es mutet zwar die Sprache mit den #hashtags für Neulinge komisch an, aber auch das ist Kommunikation. Nicht zu vergleichen mit einem Blog (da muss man viel lesen) oder einem Facebook Posting (da muss man weniger lesen). Außerdem sagt man ja auch: "Ein Bild sagt mehr als tausend Worte." Instagram ist eindeutig eine Art der Bildkommunikation, also für Fotografen quasi erfunden. Die Instagramer halten sich auch daran und tauschen, wenn überhaupt nur wenige Worte oder Hashtags aus. Trotzdem ist es wichtig, in diese Art von Kommunikation aktiv einzusteigen und sich zu beteiligen. Wer einem anderen Instagramer positives Feedback gibt, erhält üblicher Weise nach Kurzer Zeit ein Dankschön dafür. Ähnlich ist es mit dem Folgen. Folgt man jemanden ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass dieser Instagramer zum Follower wird. Geben und nehmen ist die Devise auf Instagram.

In welcher Sprache kommuniziert man am besten?

Instagram ist natürlich international und gerade das macht den gewissen Reiz aus. Menschen aus der ganzen Welt kennenzulernen und natürlich ihre Fotos. Damit wird die englische Sprache für viele User zur ersten Wahl. Allerdings kann man das auch regional auf die eigene Sprachregion eingrenzen, weil dadurch unter Umständen die Möglichkeit besteht auch Menschen aus der Nachbarschaft zu kontaktieren. Über die Chat Funktion kann man Kontaktdaten austauschen und sich vielleicht auch mal im wirklichen Leben verabreden. Ob privat oder beruflich von Vorteil, entscheidet jeder selbst.

Berufliche Accounts benötigen ein Motto

Bei rein privaten Mitgliedern ist es wahrscheinlich egal, was sie posten. Nützt man den Account hingegen beruflich, sollte man sich ein Thema oder Motto zulegen. Das Motto für Fotografen ist natürlich, die eigene Arbeit bekannt zu machen und Feedbacks zu erhalten. Es wäre aber auch denkbar und auch dankbar, das Thema noch mehr einzugrenzen, wie z.B.: Landschaftsfotografie, Makrofotografie, Architekturfotografie, Porträtfotografie oder Tierfotografie. Je mehr das Thema eingeschränkt werden kann umso mehr Fans bleiben als Follower dran und das erhöht den Erfolg auf Instagram.

Unarten, die man sich gar nicht angewöhnen sollte

Natürlich gibt es auch auf Instagram Mitglieder, die glauben sie müssen durch Tricks ihre Follower Anzahl erhöhen. Im Internet gibt es unzählige Anleitungen dazu. Manche User folgen dir und einen Tag später sind sie wieder weg. Ernsthafte Instagramer hassen so etwas und es macht auch überhaupt keinen Sinn. Meiner Meinung nach sollte man von solchen Handlungsweisen Abstand nehmen.

Was haben Fotografen davon?

Die Vorteile für Fotografen sind vielschichtig. Einerseits erhält man oft ernsthaftes Feedback von Fachkollegen, das sich sehr motivierend auf die eigene Arbeit auswirken kann. Seien wir doch mal ehrlich. Wer erhält nicht gerne "Herzen" für seine Arbeit? Darüber hinaus können auch Kommentare kommen, die halt hier immer sehr kurz sind. Die Fachmeinung von Fachleuten ist aber mehr wert als von Laien. Deshalb sollte man selbst mit "Herzen" und Kommentaren nicht geizig sein!

Weiters können Kontakte geknüpft werden, zu Kollegen, Models, Visagisten, Grafikern und vielleicht auch zu Kunden. Erst gestern hat ein prominenter, österreichischer Schauspieler meine Arbeit geherzt ;-).

Ich wünsche allen Lesern ganz viel persönlichen Erfolg auf Instagram!

Meinen Instagram Account findet ihr hier:

@fotografie.mizerovsky

Meine Sachbücher findet man hier!

Meine fotografische Arbeit gegen weiße Wände!

(c) Harald Mizerovsky
Fotograf | Fototrainer | Sachbuchautor | Youtuber



Freitag, November 03, 2017

Die österreichische Seele - frei nach Erwin Ringel

Die Österreichische Seele

"Die österreichische Seele" ist ein Buch, das der verstorbene Psychoanalytiker Erwin Ringel im Herbst seines Lebens geschrieben und verlegt hat. Dieses Posting hat fast nichts mit dem Buch von Erwin Ringel zu tun, hat aber trotzdem einen Bezug dazu. Warum? Weil ich als Kommunikationstrainer hier in Österreich, viel mehr in Wien, im Wasserkopf Österreichs geboren wurde, aufgewachsen bin und heute noch lebe. Meine Stadt verlasse ich für Ausflüge ins nächstgelegene Niederösterreich und mein Land höchstens für berufliche Aufgaben nach Deutschland oder Kurzurlaube in die Nachbarländer. Ich war  noch nie in Übersee. Obwohl es dort auch schön sein kann, empfinde ich es nicht als Nachteil, nicht dort gewesen zu sein. Wer bis hier her gelesen hat, ist scheinbar des sinn-ergreifenden Lesens mächtig und liest unter dem Umstand der Neugier weiter?

Asperner Löwe, Asperner Heldenplatz 9, 1220 Wien | Hier haben wir Österreicher Napoleon besiegt.
Die Österreicher (Ich darf mich für die Verallgemeinerung hier und jetzt an dieser Stelle entschuldigen, für die Formulierung, die verallgemeinernd ist! Mir ist sehr wohl bewusst, dass es auch andere Menschen in Österreich gibt, die hier geboren sind, immer schon da waren und trotzdem ein anderes Verhalten leben. Es gibt auch Menschen, die andere Wurzeln haben und trotzdem oder gerade deswegen Österreicher sind, weil sie das Talent haben, sich schnell anzupassen.).

Die wichtigste Eigenschaft eines Österreichers scheint vorgetäuschte Freundlichkeit und Neid zu sein

Wenn in Italien der Nachbar ein neues Auto kauft, laufen alle in der Nachbarschaft raus und machen eine Probefahrt. Danach wird Rotwein getrunken, bis keiner mehr fahren sollte.

In Österreich ziehen die Nachbarn die Vorhänge zu, die es in den Niederlanden nicht gibt (Nach dem Motto: jeder soll meine Armut sehen können. | Die Kalvinisten unter den Lesern dürfen jetzt mal huch schreien), und fragen sich "Wie kommt das Arschloch zu so viel Geld?" Danach hat niemand mehr Freude mit dem neuen Auto, auch nicht der Käufer.

Gleichzeitig sind Österreicher als freundliche Menschen weltberühmt. Sie strengen sich an um Exportaufträge. Sie tummeln sich herum um die Touristen, die das österreichische Erbe sehen wollen (Habsburger Gebäude und Landschaft). Leise kommt mir aber der Verdacht, dass immer nur Menschen hofiert werden, die quasi etwas darstellen (auch Hochstapler sind bei uns beliebt) oder zumindest Geld haben, das man ihnen abnehmen kann.

Der Österreicher ist weltoffen und religiöse Freiheit wird allen Glaubensgemeinschaften versprochen, per Gesetz

Der gelernte Österreicher hat schon lange begriffen, dass das geschriebene Wort im Gesetzbuch und das reale Leben so ganz gar nix gemein haben. Aus meiner Sicht ist Religion im Staat überflüssig, aber wenn es im Gesetzbuch steht, bin ich der Meinung, dass es im Rechtsstaat auch gelebt werden sollte.

Das wird schwierig. Während in anderen Ländern Europas aufgrund der Vergangenheit Menschen aus aller Welt durchaus ohne strafende Blicke leben dürfen, haben wir sie in Österreich nur als Touristen lieb. Nach zwei bis drei Wochen sollen sie schon wieder nach Hause fahren!

Das alles in einem früheren Vielvölkerstaat. Mein Opa konnte, ohne es in der Schule unterrichtet zu werden, vier Sprachen. Aber das war halt eine andere Zeit.

Opportunismus kennt der Österreicher kaum

Mit wenigen Ausnahmen. Auch wenn wir eine Republik sind, schätzen viele die Monarchie (Der Kaiser schau runter auf uns.). Auch wenn Adolf ein Österreicher war, wurden wir überfallen (das wurde sogar den Russen als richtig verkauft), wir sind zwar aktives Mitglied der EU, aber gleichzeitig ist die EU das personifizierte Böse und Napoleon haben wir in Aspern besiegt, weil seine Truppen durch das Hochwasser der Donau, damals nicht von Kaiserebersdorf nach Aspern übertreten konnten. Macht nichts, weil in französischen Schulbüchern für Geschichte kommt das nicht vor!

Ein echter Österreicher ist wie der Moser, der Hans

Wenn jemand Johann Julier heißt und sich Hans Moser nennt, nur für den Beruf, für den Film, für den schnöden Mammon, weil Kunst war es kaum, gleichzeitig als charmant gilt und doch ein ewiger Grantler und bekannter Weise gierig ist, dann ist er ein echter Österreicher. Ich mag sie übrigens sehr die alten Filme mit meinem Hans Moser. Er ist 1964 gestorben. 1963 kam ich dank der Medizin aus den USA zweimal auf die Welt.

Übersetzung für Nicht-Wiener:

Grantler: Ein Mensch, der mit sich selbst nicht sehr zufrieden ist, sich selbst nur in wenigen Augenblicken seines Lebens mag und andere schon gar nicht mag. Einer, der gierig ist, als ob er verhungern würde, wenn er wem ein Butterbrot abgibt und trotzdem als charmant und freundlich gilt. In Österreich: quasi ein Volksheld.

Bücher von mir findest du hier

(c) Harald Mizerovsky






Mittwoch, November 01, 2017

Model of the month

Model of the month - Lust auf ein Portrait Shooting?

Model Lisa Heilmann | Foto Harald Mizerovsky

Model Christian Kober | Foto Harald Mizerovsky

Model Jessica P. | Foto Harald Mizerovsky

Du hast Lust auf ein professionelles Porträt von dir und möchtest die Arbeit im Fotostudio kennenlernen? Jedes Monat möchte ich ein Model auf meiner Portfolio Website vorstellen. Du lebst in Wien oder Umgebung? Dann bewirb dich jetzt per Mail mit 3 Fotos von dir. Dürfen auch Smartphone Fotos sein. Du hast spezielle Ideen für das Shooting? Dann schreibe mir einfach, was du dir vorstellst. 


Video anklicken und ansehen!

Was ist ein TFP Vertrag?

TFP bedeutet: Time for pics. Model und Fotograf unterschreiben einen Vertrag, in dem vereinbart wird, dass sie beide kostenlos arbeiten und die Bilder für ihre Zwecke veröffentlichen dürfen. Somit haben beide etwas davon.

Kostenlos aber nicht umsonst!

Beide Teile investieren Zeit, Kreativität und Motivation. Keiner schuldet dem anderen ein Honorar. Bei Veröffentlichung in einem Druckwerk oder im Web sind immer Model und Fotograf zu nennen! Sollte eine Visagistin vom Model verlangt werden, ist diese vom Model zu bezahlen.

Wo werden die Fotos veröffentlicht?

Auf meiner offiziellen Website, in meinem Portfolio, auf Webplattformen und vielleicht sogar in einem zukünftigen Fachbuch von mir.


Bewirbt dich jetzt, um einen Termin zu vereinbaren, vielleicht bist du mein Model fürs nächste Monat?




(c) Harald Mizerovsky, Fotograf, Fototrainer und Buchautor

Freitag, Juni 30, 2017

1 x 1 der Tierfotografie

Tipps für die Tierfotografie


Wer Tiere liebt, fotografiert sie auch gerne. Was man auf jeden Fall dabei benötigt ist ganz viel Geduld und im richtigen Moment Geschwindigkeit. Tiere machen nie das, was man von ihnen erwartet. Es dauert seine Zeit um besondere Momente einzufangen. Doch haben Tiere Gewohnheiten, genauso wie Menschen, also lohnt es sich Tiere zu beobachten und zu studieren, um später tolle Schnappschüsse nach Hause zu bringen. Das gilt für alle Tiere, egal ob es sich um Tiere im Zoo, Insekten, Haustiere oder Wildtiere handelt.

Video anklicken und ansehen!

Die nötige Fotoausrüstung

Da man im Normalfall Tieren nicht besonders nahe kommen kann, ist ein Teleobjektiv von mindestens 125 mm Brennweite notwendig, um Tiere formatfüllend fotografieren zu können. Allerdings ist das auch die unterste Grenze. Nach oben hin, kann es vor allem in der freien Wildbahn keine Grenze geben. 300 bis 800 mm Brennweite sind dort anzuraten. Als Zubehör gehört dann auch ein Dreibein- oder zumindest ein Einbein-Stativ dazu, um die Fotos bei diesen hohen Brennweiten nicht zu verwackeln. Wer hingegen Insekten fotografieren möchte, benötigt ein Makro-Tele ab 105 mm Brennweite, weil auch Insekten eine Fluchtdistanz leben und schneller weg sind, als man glaubt. Kommt man ihnen mit geringeren Brennweiten zu nahe sind sie auch schon wieder weg.


Ein Insekt im Flug zu erwischen bleibt dennoch ein Glücksfall. Man kann sich nur auf die Lauer legen, manuell auf ein Motiv, wie z.B. eine Blume scharf stellen, warten und hoffen. Ein Vollformatsensor bietet im Gegensatz zu einem kleineren Sensor die Möglichkeit, später verlustfrei einen engeren Bildschnitt zu wählen. Hilfreich bei allen Tieren, die sich schnell bewegen ist natürlich die Serienbildfunktion und wer einen Nachführ-Auto-Fokus hat, sollte diesen einschalten. Mehrfeldmessung ist auf jeden Fall gegen die mittelbetonten Punktmessung im Vorteil.

Teleobjektive schlucken Licht. Deshalb ist die Lichtempfindlichkeit auf mindestens 400 ISO oder mehr einzustellen. Wer einen Sensor besitzt, der Rauschfreiheit bis 3.200 ISO garantiert, ist natürlich im Vorteil. Die Belichtungszeit sollte immer 1:1 mit der Brennweite eingestellt werden, um nicht zu verwackeln. Bei 200 mm Brennweite also 1/200 Sekunde. Bei noch höheren Brennweiten dementsprechend kürzere Belichtungszeiten.

Die Gegenlichtblende sollte immer am Objektiv oben bleiben. Das sorgt für bessere Kontraste in den Tonwerten, weil Streulicht verhindert wird. Da eine Fotosafari einen ganzen Tag dauern kann, sollte man auch an aufgeladene Reserveakkus denken.

Alles andere Zubehör würde ich zu Hause lassen, weil jeder Kilo unnötigen Zubehörs ermüdend wirkt und wir uns relativ frei bewegen wollen.

Blitzgeräte sollten in der Tierfotografie niemals zum Einsatz kommen!

Für Indobor-Aufnahmen mit Haustieren kann man Dauerlicht einsetzen. Für Katzen- oder Hundeporträts empfiehlt sich eine LED Ringleuchte.

Tierporträts


Ähnlich wie bei Porträtfotos von Menschen sollten immer die Augen kanckscharf abgebildet sein. Nur beim richtigen Porträt darf ein Ausschnitt gewählt werden. Wenn man das Tier ganz abbildet und dann die beine abschneidet, schaut das ziemlich dämlich aus. Aufgrund der geringen Schärfentiefe der Tele-Brennweiten ist das Motiv automatisch vom Hintergrund freigestellt.

Fotografieren im Tiergarten und Zoo


Im Zoo oder Tiergarten sind oft Glasscheiben oder Zäune zwischen uns und den Tieren. Diese kann man mit Offenblende wegzaubern. Man geht mit der Gegenlichtblende ganz an das Glas oder den Zaun ran und öffnet die Blende. Die Kontraste müssten dann passen und Glas oder Zaun ist nicht mehr am Bild zu sehen. In diesem Fall ist die mittelbetonte Spotmessung von Vorteil. Es wird auf die Augen scharf gestellt.

Tiergewohnheiten studieren

Wann sind die Tiere aktiv? Wann ist die Fütterungszeit im Zoo? Auf welchen Plätzen treffe ich welche Tiere in der freien Wildbahn an?


Wissen über die Tiere und viel Geduld sind Voraussetzungen für Top Tierfotos. Natürlich sind auch die Bildkomposition und Bildgestaltung von Bedeutung. Drittelregel bzw. Goldener Schnitt gelten auch in der Tierfotografie als Garantie für gute Fotos.

Fotokurse

Sachbücher Fotografie

Tierfotos | Tiere in freier Wildbahn

(c) Harald Mizerovsky
Fotograf, Fototrainer und Sachbuchautor zu Themen aus der Fotografie
mizerovsky.com

Mittwoch, Juni 21, 2017

Fotorecht in Österreich

Unwissen schützt nicht vor Schaden!

Die Fotografie erlebt einen neuerlichen Boom. Viele Menschen beginnen weltweit mit ihrem Smartphone zu Fotografien, das erstaunliche Ergebnisse liefert. Diese Fotos werden auch gleich vom Smartphone auf verschiedenen Plattformen im Web geteilt, also vervielfältigt (veröffentlicht).

Darüber hinaus hat die digitale Fotografie auch einen immer größer werdenden Zuwachs an engagierten Fotografen gefunden, die ihre Fotos aus der DSLR oder DSLM bzw. Kompaktkamera ebenfalls veröffentlichen.

Das es dabei zu großen Problemen kommen kann, ist vielen Amateuren nicht bewusst. Im Gespräch mit RA Prof. Dr. Georg Zanger bin ich der rechtlichen Situation auf den Grund gegangen. Ein Thema das alle Hobbyfotografen interessieren sollte.

Interview mit RA Prof. Dr. Georg Zanger | Video anklicken und ansehen

Es haben sich viele falsche Informationen eingeschlichen

Es ist ein Segen, dass man im Internet alle Informationen findet, allerdings sollte man auch immer die Quelle überprüfen und auch aufpassen, dass man nicht Sachverhalte verwechselt. Viele Hobbyfotografen finden im Internet Informationen über das deutsche Recht, das aber vom österreichischen abweicht. Dadurch hat sich in Österreich aus meiner Sicht ein falsches Rechtsverständnis über Themen wie Urheberrecht, Kopierrecht, Personenrecht usw. entwickelt. Teilweise ist die rechtliche Situation sehr ähnlich, aber teilweise auch nicht!

Darf man überall und alles fotografieren?

Diese Frage ist eindeutig mit JA zu beantworten, wenn es nicht wieder Ausnahmen gäbe. Es gibt in Österreich kein Fotografier-Verbot. Grundsätzlich darf also alles und jeder fotografiert werden. Die Ausnahmen stellen z.B. das Hausrecht oder auch in bestimmten Fällen das Personenrecht dar.

So lange man sich auf öffentlicher Fläche befindet, darf man Häuser, Objekte, Landschaften - auch mit Hilfsmittel (Leiter, Selfiestick usw.) - aufnehmen und veröffentlichen bzw. vervielfältigen. Auch die kommerzielle Nutzung ist erlaubt. Man darf also damit Geld verdienen (Hinweis: Das Gewerberecht und das Steuerrecht ist dabei zu beachten!).

Ganz anders ist es auf privaten Grundstücken oder in privaten Innenräumen. Hier benötigt man die Erlaubnis des Haus- oder Grundstückseigentümers. Gleiches gilt auch beispielsweise auf Bahnhöfen, die der ÖBB gehören. Jederzeit kann ein Eigentümer ein Fotografier-Verbot oder die Foto-Erlaubnis, aber ein Veröffentlichungsverbot aussprechen, was oft durch gut sichtbare Tafeln beim Eingag schon vermittelt wird. Für Fotografen, die gegen den ausdrücklichen Willen des Eigentümers vorgehen, kann das teuer werden.

Dürfen Kunstwerke fotografiert werden? Kunstwerke sind ebenfalls urheberrechtlich geschützt und man würde eine Genehmigung des Künstlers oder seiner rechtlichen Nachfolger nach dem Ableben des Künstlers benötigen. Aber auch hier gibt es eine Ausnahme aufgrund der Tagesberichterstattung. Wenn ein Fotograf ein Foto eines Politikers in Innenräumen aufnimmt und im Hintergrund eine Bild eines berühmten Künstlers an der Wand hängt, ist es erlaubt, dieses Foto zeitnahe zu veröffentlichen. Nach vielen Monaten ist das allerdings nicht mehr erlaubt.

Personen dürfen in Österreich immer fotografiert werden, wenn die Interessen der Person nicht geschädigt werden. Wenn aus der Bildaussage ein unwahrer Sachverhalt dargestellt wird, kann es zu Problemen kommen. Streng verboten ist die kommerzielle Nutzung solcher Fotos in einer Werbung im klassischen Sinn. Hier benötigt man auf jeden Fall die schriftliche Zusage des Betroffenen. Je prominenter eine Person ist, umso teurer kann das werden. Prominente Personen dürfen im öffentlichen Raum jederzeit fotografiert werden und diese Fotos dürfen auch veröffentlicht werden. Jedoch dürfen prominente Personen nicht bis in ihre Privatsphäre verfolgt werden (Paparazzi). Übrigens hat jede Person das Recht das Fotografieren zu untersagen. Wenn jemand ausdrücklich nicht fotografiert werden will, ist das auch einzuhalten.

Personen, die nicht rechtsfähig sind (z.B.: Kinder) bilden wieder einen Sonderfall. Hier benötigt man die Erlaubnis der Eltern.

Wen schützt das Urheberrecht?

Das Urheberrecht schützt alle Menschen, die mit Geisteskraft oder Kreativität etwas neues schaffen. Somit sind Erfindungen, Musikkompositionen, schriftstellerische Arbeiten, Bildende Kunst und Fotografie ausdrücklich durch das Urheberrecht geschützt.

Das Urheberrecht kann auch nicht übertragen werden. Zur Veröffentlichung seines Werkes kann der Urheber die Kopierrechte und Vervielfätigungsrechte bzw. Vertriebsrechte übertragen. Im Falle des Fotografen wären das Verleger für Bücher und Bildbände bzw. Bildagenturen. Üblicherweise erhält der Fotograf in diesem Fall einen Prozentanteil des Verkaufserfolges als Tantiemen von Zeit zu Zeit ausgeschüttet.

Auch wenn Fotografen nicht als Urheber genannt werden, bleiben sie ein Leben lang Urheber des Werkes. Diese Rechte gehen auch an Erben über.

Wie kann ein Fotograf beweisen, dass er der Urheber ist?

Es kann ja mal vorkommen, dass mehrere Fotografen sehr ähnliche Fotos von einem Objekt aufnehmen. Wenn man sein Foto ohne Erlaubnis veröffentlicht entdeckt, gilt es zu beweisen, dass man die höchste Auflösung (Pixel) der Aufnahme besitzt.

Ist Streetphotography in Österreich erlaubt?

Sofern einen Person nicht zum Ausdruck bringt, dass sie nicht fotografiert werden will, darf in Österreich eine Person auch am Foto erkennbar sein. Für die Veröffentlichung gilt, dass die Interessen der Person nicht missachtet werden dürfen. Dennoch wäre eine schriftliche Erlaubnis zum Fotografieren und Veröffentlichen von großem Vorteil im Streitfall.

Bei öffentlichen Veranstaltungen muss jeder Besucher damit rechnen, dass dort auch fotografiert wird und gegebenenfalls die Fotos auch veröffentlicht werden.

Gibt es ein Bearbeitungsverbot für veröffentlichte Fotos?

Einzig und alleine "schlichte" Fotos dürfen weiter bearbeitet werden. Fotos mit den kleinsten Merkmalen kreativer Ideen und sei es nur ein besonderer Lichteinfall oder eine besondere Perspektive dürfen durch andere nicht ohne Erlaubnis des Fotografen bearbeitet werden.

Wie können Fotografen gegen die Veröffentlichung ohne ausdrücklicher Erlaubnis durch andere vorgehen?

Sollten Fotografen ihre eigenen Fotos veröffentlicht sehen, ohne dazu die Erlaubnis gegeben zu haben, gibt es die Möglichkeit des Rechtsweges. Berufsfotografen in Österreich sind im Rahmen ihrer Mitgliedschaft der Bundesinnung der Fotografen für solche Fälle rechtsschutzverichert. Amateure sollten einen Anwalt mit Spezialisierung auf Urheberrecht zu Rate ziehen.

Darf man Fotos anderer Fotografen vervielfältigen?

Prinzipiell darf man das nicht, allerdings gibt es auch hier eine Ausnahme. Für den rein privaten Gebrauch kann man sehr wohl ein Foto eines anderen Fotografen vervielfältigen so oft man will. Ganze Wände kann man sich damit tapezieren, wenn nicht in den eigenen Räumen irgendwann eine öffentliche Veranstaltung statt finden soll. Weil das wäre dann wieder öffentlich. Dritte könnten dann die Fotos sehen.



RA Prof. Dr. Georg Zanger

Fotokurse und Fotoworkshops

(c) Harald Mizerovsky
Fotograf | Fototrainer | Sachbuchautor zum Thema Fotografie
mizerovsky.com

Samstag, Mai 27, 2017

1 x 1 der Porträt Fotografie

Ein Porträt Foto sollte die Persönlichkeit für den Betrachter spürbar machen

Model: Viki Hiersche

Was gilt es bei der Porträt Fotografie zu beachten?

Die Porträt Fotografie lebt von der Kommunikation mit der porträtierten Person. Technisches Wissen über Fotografie ist nicht ausreichend, um gute Porträts aufzunehmen. Es muss eine Vertrauensbasis hergestellt werden. Deshalb benötigt man auch Zeit. Zeitdruck ist der Feind der Porträt Fotografen. Zunächst beginnt man mit dem Kennenlernen. Ein 20 Minuten Gespräch vor einem Shooting mit noch unbekannten Personen haben noch nie geschadet. Viele Menschen glauben, dass sie nicht fotogen sind, was nicht stimmt. Sie wurden nur im falschen Licht unter falschen Bedingungen aufgenommen. Diesen Menschen muss man zuerst die Angst vor der Fotokamera nehmen.

Model: Tessa Ettenauer

Hochformat oder Querformat?

Sehr oft werden typische Porträt Fotos im Hochformat aufgenommen, was auch durchaus Sinn macht. Schließlich steht und geht der Mensch und kriecht nicht am Boden. Für Bewerbungsfotos, Karriere Shootings, Familienalbum und auch Business Shootings ist das oft die richtige Wahl. Charakter Porträts oder Porträts auf der Straße im Sinne von Streephotography sind aber auch im Querformat sehr interessant. Ich schieße auch bei Karriere- und Business Shootings immer einige Porträts im Querformat. Diese sind dann für Web Präsentation geeignet und lassen es auch zu, Text neben dem Model zu integrieren.

Business Porträt mit Stefan Schickhofer

Welche Brennweite ist die Beste?

Die beste Brennweite ist das 85 mm Festbrennweiten-Objektiv. Es hat die geringste perspektivische Verzerrung aller Brennweiten und ist meistens sehr lichtstark. Man kann damit die Person vom Hintergrund freistellen, was so viel bedeutet, dass der Hinterrund in Unschärfe verschwindet. Eine günstige Lösung ist aber auch ein 50 mm Objektiv für Vollformat auf einer 2/3 Sensor Kamera, weil durch den Crop Faktor die Brennweite um das 1,5 fache verlängert wird. Das ist die günstige und gute Lösung für alle Fotografen, die mit 2/3 Sensor fotografieren. Weitwinkel Objektive kommen selten zum Einsatz, weil sie zu strak verzerren und vor allem bei Selfies das Gesicht stark verändern. Die Nase wird dabei unnatürlich groß. Teleobjektive verkürzen die Abstände zwischen Nase und Ohren, verzerren aber nicht ins Unglück. Tele Brennweiten bis zu 200 mm sind deshalb auch, vor allem für Outdoor Porträts, beliebt. Sie können auch noch mit Blende 5,6 oder 8 die Person vom Hintergrund freistellen und für ein schönes Bokeh sorgen. Vor allem bei Gegenlichtaufnahmen sorgt das für schöne, unscharfe Lichtpunkte.

Bokeh | Blende 1,8 | aufgenommen beim Photowalk Aspern mit Model Thomas Lahr

Welche Belichtungszeit ist die Richtige?

Menschen bewegen sich, selbst wenn sie still sitzen. Um sicher zu gehen, dass man selbst nicht beim Auslösen verwackelt, benötigen geübte Fotografen mindestens 1/30 Sekunde. Um sicher zu gehen, dass keine Bewegungsunschärfe auftritt, wäre 1/60 Sekunde bei still sitzenden oder stehenden Personen geeignet. Bei Menschen in leichter Bewegung ist schon 1/125 Sekunde zu wählen und beim Sport 1/500 Sekunde um die Person einzufrieren.

Brennweite 105 mm | Blende 7,1 | Belichtungszeit 1/200 Sek. | ISO 1250 | Model: Helmut Edinger 

Was ist die beste Lichtempfindlichkeit?

Das kommt auf den Sensor der Kamera an. Rauschen will man im Normalfall verhindern, aber moderne DSLR und auch Systemkameras bieten bis ISO 1250 auf jeden Fall ein rauschfreies Bild bei vorhandenem Licht. Das Foto oben wurde während des Fotolehrgangs 2017 in den Blumengärten Hirschstetten aufgenommen. Wir sind vom Regen in das Palmenhaus geflüchtet und dort befinden sich neben den Pflanzen auch Tiere, weshalb blitzen streng verboten ist. Trotzdem gibt es auch in den dunklen Bildbereichen kein rauschen.

Porträts in Farbe oder Schwarzweiß?

SW Umsetzung eines Farbfotos | Models: Sonja Ehling und Martina Kober
Wenn man die Farbe weglässt, beginnt die Abstraktion beim Porträt. Farben, Formen und Symbolwirkung des Gesichtsausdrucks emotionalisieren den Betrachter. Lassen wir die Farben weg komprimieren wir damit die Bildaussage auf das Wesentliche, den Gesichtsausdruck. Durch das Lächeln der beiden Damen im Foto oben, wird auch ein SW Foto zum positiven Stimmungsmacher.

Das Beauty Porträt

Im Prinzip ist jedes Porträt ein Beauty Porträt. Noch kein Kunde ist zu mir gekommen und hat gesagt: "Können Sie mich bitte so fotografieren, dass ich hässlich aussehe und keinem Menschen gefallen würde."

Ausnahmen bestätigen die Regel. Paparazzi Fotos beweisen das ab und zu von prominenten Persönlichkeiten.

Model: Jessica Papousek | Brennweite 85 mm | Blende 3,2 | Belichtungszeit 1/200 Sek. | ISO 100  | mit Lichtformern 
Für Beauty Porträts benötigt man oft Assistenz von Visagisten, Lichtassistenten und Stylisten. Es handelt sich um eine Zusammenarbeit eines Teams, die das beste Foto schießen wollen. Auf Style und Licht kann auch der Fotograf achten, aber die Visagisten können nicht ersetzt werden. Sie erleichtern das Nachbearbeiten ungemein.

Das Charakter Porträt

Model: Christoph Menger
Um ein Charakter Porträt zu gestalten, muss man die porträtierte Person gut kennen. Natürlich spielt auch das Ziel der Bildaussage eine Rolle, aber trotzdem bestimmt das Model die Bildaussage mit seiner Persönlichkeit mit. Welteinstellung, Beruf und Verhalten sollte erkennbar sein.

Model: Josef Miligui

Worauf wird scharf gestellt?

Immer auf die Augen!

Model: Lisa Heilmann


Die Augenebene sollte komplett scharf abgebildet sein. Das ist gerade bei offener Blende von Blende 1,8 nicht immer ganz leicht. Ich empfehle daher Auto Focus mittelbetont ohne Mehrfeldmessung zu verwenden und mit halbgedrücktem Auslöser dann erst den Bildschnitt zu wählen, bevor man auslöst. Die Offenblende erlaubt es, dass nur die Augenebene scharf abgebildet ist und schon die Nasenspitze oder die Ohren in leichte Unschärfe hineingehen. Das stört überhaupt nicht, weil den meisten Menschen ihre Nase und die Ohren nicht besonders gefallen.

Künstlerische Gestaltung gefällig?

Erlaubt ist bekanntlich was gefällt und Geschmäcker können sehr verschieden sein. Ob nun schon bei der Aufnahme oder erst bei der Bearbeitung ist alles erlaubt was dem Model und dem Fotografen gefällt. Ob sie beim Betrachter Erfolg damit haben lässt sich erst im Nachhinein beurteilen.

Model: Petra Schnell

Letzter Tipp zur Porträt Fotografie

Nur kommunikativ mit Liebe zu Menschen lassen sich unglaublich tolle Porträts einfangen. Wer das nicht kann sollte lieber Landschaften oder Gebäude fotografieren :-).





(c) Harald Mizerovsky
Berufsfotograf | Fototrainer | Sachbuchautor