Dienstag, Dezember 27, 2016

Das Lichtdreieck - Blende, Verschlusszeit und ISO

Wie reguliert man die Lichtmenge?

Mit Blende, Zeit und der Einstellung der Lichtempfindlichkeit.

Aus meiner Erfahrung als Fototrainer weiß ich, dass vielen Menschen klar ist, welche drei Einstellungen die Lichtmenge regulieren. Allerdings haben viele Fotoamateure trotzdem das Problem der Umsetzung in die Praxis. Vielleicht ist das der Grund, warum immer öfters mit Vollautomatik fotografiert wird? Vielleicht sind aber auch die technischen Errungenschaften mitbeteiligt? Smartphones und Fotokameras können schon so vieles von alleine, wozu dann noch der manuelle Modus?

Wenn man eine Idee zu einem Foto hat, eine Konzeption dahinter steckt, dann funktioniert das eben nicht mit der intelligenten Automatik. Wer das glaubt, der glaubt auch, dass Spielfilme vollautomatisch erzeugt werden können. Wer Licht und Schatten setzen möchte, Stimmungen erzeugen möchte, Emotionen hervorrufen will, der muss manuell arbeiten und die Blende, die Verschlusszeit und die Lichtempfindlichkeit per Hand einstellen.

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Die Größe der Blende

Je größer die Blende, umso mehr Licht fällt auf den Sensor. Es wird also mehr vom vorhanden Licht eingefangen. Je kleiner die Blendenzahl ist, umso weiter ist die Blende geöffnet. Eine Offenblende ist die weiteste Öffnung, die ein Objektiv zulässt.

Blendenöffnung

Die Blendöffnung wird in einem Verhältnis angegeben wie z.B.: 1:3,5. Es hat sich aber eingebürgert nur mehr Blende 3,5 anzugeben. 1 wäre die vorhandene Lichtmenge. Der zweite Faktor gibt an, wieviel Licht man von der vorhandenen Lichtmenge verliert. Über die Blende wird aber nicht nur die Lichtmenge reguliert, sondern auch die Schärfentiefe. Je weniger die Blende geöffnet ist (z.B.: Blende 22), umso mehr Schärfentiefe ist im Foto vorhanden. Das bedeutet, dass sowohl der Vordergrund, als auch der Hintergrund scharf gezeichnet sind.

Die Verschlusszeit

Je länger die Blende offen ist, umso länger kann Licht auf den Sensor fallen. Die Verschlusszeit wird als Bruch angegeben wie z.B.: 1/30 oder 1/2000 Sekunde. Üblicher Weise benötigt man bei einer Brennweite von 50 mm mindestens eine Verschlusszeit von 1/30 Sekunde um aus der Hand ohne Verwacklungsunschärfen ein Foto zu schießen.

Verschlusszeit

Lichtempfindlichkeit

Die Lichtempfindlichkeit wird in ISO gemessen. Die Einstellung bestimmt wie empfindlich der Sensor auf Licht reagieren soll. Niedrige ISO-Werte wären ISO 50 bis ISO 200, geeignet um Outdoor-Fotos zu machen. Ab ISO 400 bewegt man sich in den stärker lichtempfindlichen Bereich.

Lichtempfindlichkeit

Da der Sensor Licht elektrisch speichert und Elektrizität elektromagnetische Strahlen aussendet, kommt es allerdings bei hohen Lichtempfindlichkeiten zum sogenanntem "Rauschen". Das bedeutet dass sich die lichtempfindlichen Pixel am Sensor gegenseitig beeinflussen und somit sieht man am Foto Flecken, die nicht immer erwünscht sind.



(c) Harald Mizerovsky
Fotograf, Foto Trainer und Sachbuchautor

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