Mittwoch, Februar 06, 2013

Zu wenig und zu viel

Kommunikationssysteme prägen unser Leben - wie gehen wir mit den Möglichkeiten um?


Das Internet mit allen seinen Angeboten und die mobile Revolution der Kommunikation haben unser Leben und das Kommunizieren komplett verändert. Das hat viele Vorteile für unser Privat- und Berufsleben. Allerdings stellt sich auch die Frage wie stark wir schon von diesen Systemen abhängig sind.


Mail-Verkehr

Es ist so einfach und kostet fast nicht, per E-Mail zu kommunizieren. Kaum geschrieben, absenden und nach wenigen Minuten wird das Mail schon am anderen Ende der Welt vom Empfänger gelesen. Günstiger und schneller geht es nicht. Wenn der Absender die Priorität auf wichtig oder dringend stellt, weiß der Empfänger sofort, er muss jetzt reagieren. So praktisch das ist, haben wir damit die Zeit auch beschleunigt. Vielleicht kennen Sie das: Kaum kommt ein Mail herein, ruft der Absender schon an und fragt: "Haben Sie mein Mail nicht bekommen?" Scheinbar haben wir uns an die kurze, knappe und vor allem schnelle Kommunikation so sehr gewöhnt, dass wir nun die Getriebenen sind.

Viele meiner Seminar-TeilnehmerInnen erzählen auch davon, dass wenn sie eine Woche auf Urlaub sind oder wegen Krankheit eine Woche am Arbeitsplatz fehlen, danach bis zu 300 Mails im Posteingang liegen haben. Unter der Annahme, dass das Lesen, das Löschen und / oder das Beantworten eines E-Mails im Durchschnitt fünf Minuten dauert, wäre also ein Zeitaufwand von 25 Stunden notwendig, um die Mails einer Woche abzuarbeiten. Das ist mehr als die Hälfte der Arbeitswoche. Wen wundert es da noch, wenn wir mit unserer eigentlichen Arbeit nicht fertig werden?

Damit wird auch das wirkliche Abarbeiten der E-Mails, die eine Handlung erfordern zeitlich im Terminkalender nach hinten verschoben.

Mobile Kommunikation mit dem Smartphone

Endlich sind wir immer und überall erreichbar und können jeder Zeit kommunizieren. Das Smartphone ist ein sehr brauchbares Ding. Wir können damit telefonieren, SMS-en schreiben, E-Mails checken, Informationen aus dem Internet jederzeit abrufen, fotografieren und videofilmen. Und natürlich auch Bücher lesen, Zeitung lesen, Spiele spielen, uns navigieren lassen, den Parkschein ausfüllen usw.

Das Smartphone ist also sehr praktisch und deshalb unser ständiger Begleiter geworden. Für viele Menschen, so glaube ich, wurde es zum liebsten Gegenstand in ihrem Leben. Welchen Gegenstand haben Sie am häufigsten im Laufe eines Tages in der Hand?

Das Smartphone sorgt auch für ständige Unterbrechungen in Gesprächen. Dauernd piepst eines oder spielt eine Melodie ab. Ganz schlimm auch die Situation in öffentlichen Verkehrsmitteln, wo man das Privatleben der fremden Menschen mithören kann, ob man will oder nicht. Mitunter sitzt vielleicht jemand neben ihnen im Bus und hört Heavy Metal.

Einige Menschen sind Sklaven ihres Smartphones geworden. Sie sind immer informiert, sie sind immer erreichbar und sie sind immer mit allen ihren Freunden, die sie im wirklichen Leben nicht mehr sehen, verbunden. Ich behaupte, dass manche Menschen von den Klingeltönen ihres Handys konditioniert wurden und völlig in Trance gehen, wenn es Piep macht. Sie klinken sich aus der realen Umgebung aus und tauchen in die virtuelle Welt ein. Die virtuelle Welt hat scheinbar gewonnen und ist nicht mehr zu stoppen, oder doch?

Es kommt darauf an, wie Sie mit der Kommunikationstechnik und den Systemen umgehen, ob diese Hilfreich sind oder nur mehr ablenken.

2 Merksätze können helfen das eigene Leben wieder in den Griff zu bekommen:


  • Sie müssen nicht immer abheben und sofort reagieren, außer Sie arbeiten bei der Feuerwehr.
  • Man kann Handys und Smartphones auch abschalten.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen vernünftigen Umgang mit der modernen Technik und hoffe, Sie schätzen die Möglichkeiten der modernen Informationstechnologie genauso wie ich.

Ich möchte mein iPhone 5 nicht mehr missen müssen, aber ab und zu liegt es einfach wo anders und mir ist es dann nicht möglich abzuheben ;-).

Hier gibt es einen sehr interessanten Artikel über eine Untersuchung einer sehr berühmten sozialen Plattform im Web 2.0!

Univ.-Lektor Harald Mizerovsky, Dipl. HMI
http://www.mizerovsky.com 

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